IJM

Exemple

Ich bin Carolin Joy Werner. Meine geistliche Heimat war lange die Matthäus-Gemeinde. Hier habe ich meine ersten Schritte im Glauben gemacht. Nun brennt mein Herz für ein Ende von Sklaverei.

Mich beeindruckt die Geschichte von Esther im Alten Testament – besonders dieser Vers hat es mir angetan (Esther 4, 14):

„Denn wenn du jetzt schweigst, so wird von einer anderen Seite her Befreiung und Rettung (…) erstehen, du aber und das Haus deines Vaters werden untergehen. Und wer weiß, ob du nicht gerade wegen einer Zeit wie dieser zum Königtum gekommen bist?“.

Mir, als Frau, ist sehr bewusst, dass ich in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern eine ähnlich privilegierte Stellung habe wie Esther damals im Hause des Königs. Ermutigt davon sehe ich meine Freiheit nicht nur als Privileg, sondern auch als Aufforderung. Die Aufforderung meiner Verantwortung nachzukommen – Menschen zu finden, die sich nicht auf ihrer Freiheit ausruhen, sondern aktiv werden und sich für die Freiheit anderer einsetzen. Und genau das tue ich bei der christlichen Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM)

Wusstest du, dass es noch nie so viele Menschen in Sklaverei gab wie heute? Ich wusste lange nicht, dass über 40 Millionen in Sklaverei „leben“ und dass davon knapp 30 Millionen Frauen/Mädchen sind. Aber wie sieht Sklaverei im 21. Jahrhundert aus – wurde Sklaverei nicht schon längst abgeschafft? Theoretisch ja, aber die Realität ist eine andere.

In fast jedem Land ist Sklaverei zwar verboten, aber dennoch habe ich letztes Jahr zwei junge Männer in Kambodscha kennengelernt, die im Alter von 16 und 17 Jahren verkauft wurden und fünf Jahre lang auf einem thailändischen Fischkutter versklavt waren – ohne je einen Tag an Land gewesen zu sein. Sie wurden gezwungen, bis zu 18 Stunden täglich zu arbeiten, wurden misshandelt und mit Drogen gefügig gemacht, damit genau die Meeresfrüchte exportiert werden können, die ich am Ende hier kaufe. Ich habe Elsa aus den Philippinen kennengelernt, die von einem Bekannten der Familie an Männer verkauft wurde, die dafür bezahlt haben, sie vergewaltigen zu können – sie war damals 11.

IJM
Matthäusgemeinde

In meiner Arbeit bei IJM sehe ich täglich das Ausmaß von Gewalt an Menschen und es macht mich wütend, dass Menschen ihr gottgegebenes Potenzial nicht entfalten können, weil sie nicht ausreichend Schutz erhalten. Gleichzeitig begeistert es mich, dass sich unsere Arbeit auszahlt. In vielen unserer Standorte sehen wir einen Rückgang von Sklaverei von bis zu 80 %. Wie erreichen wir das? Unsere Ermittler befreien zusammen mit der Polizei Betroffene aus Sklaverei. In der Nachsorge werden sie von Psychologen und Sozialarbeitern unterstützt, in ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit zurückzukehren. Außerdem unterstützen unsere Anwälte die Justiz in der strafrechtlichen Verfolgung von Sklavenhaltern. Das wirkt und schreckt ab. Unser Ziel ist es, dass das Geschäftsmodell mit der Ware Mensch rechtlich riskant und wirtschaftlich unrentabel wird.

Hier in Deutschland bestürmen wir die Politik und die Unter- nehmen und mobilisieren die Gesellschaft. Denn es muss sich etwas hier in Deutschland verändern – denn Deutschland ist auf Platz drei der konsumierenden Länder von Produkten aus Sklaverei. Genauso bestürmen wir auch die Kirchen. Es braucht Gemeinden, die mutig dem Ruf Gottes folgen und ihre Verantwortung der Freiheit nutzen, um sich für die Unterdrückten, Verwaisten und Gebeutelten einzusetzen – so wie Esther.

Von Carolin Joy Werner – Referentin bei IJM

Weitere Informationen im Internet: ijm-deutschland.de

IJM wird ausschließlich durch Spenden finanziert:
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